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Alles über meine Mutter - Filmkritik

Posted by Hyperactiveman On September - 11 - 2007

Inhalt:

Estéban hat Geburtstag und geht mit seiner Mutter ins Theater. Außerdem will er endlich mehr über seinen Vater wissen, der angeblich kurz vor seiner Geburt gestorben ist.  Estébans Mutter verspricht seufzend, ihm zu Hause alles zu erzählen. Auf ein Autogramm der Theaterdarsteller Huma Rojo und Nina Cruz wartend, erscheinen diese Personen endlich auf der Straße, aber die beiden steigen sofort in ein Taxi und fahren los. Estéban läuft hinterher. Dabei wird er von einem anderen Auto erfasst und tödlich verletzt.

Manuela stimmt einer Organentnahme zu. Verbotenerweise ermittelt sie aus den Unterlagen des Krankenhauses den Empfänger. Die Herztransplantation findet in La Coruña statt. Manuela reist hin und beobachtet nach drei Wochen, wie der Patient mit dem Herzen ihres Sohnes aus der Klinik kommt. Für den jungen Mann ist es ein Neuanfang.

Danach fährt sie nach Barcelona, in die Stadt, die sie vor 18 Jahren wegen ihrer gescheiterten Ehe fluchtartig verließ. Sie sucht dort nach Estéban (Tony Cantó), dem Vater ihres toten Sohnes Estéban, den sie vor 20 Jahren geheiratet hatte – bevor er sich Lola nannte, Frauenkleider trug und auf den Strich ging.

Sie entdeckt zunächst La Agrado (Antonia San Juan), einen Freund von damals, der durch mehrere kostspielige Operationen Gesicht und Figur einer Frau erhielt und sich jetzt authentischer vorkommt. Manuela springt aus dem Taxi, mit dem sie auf der Suche nach Estéban durch Barcelona gefahren ist und rettet La Agrado vor einem gewalttätigen Freier.

Kommentar:

In ungewohnt präziser Weise entwirft Pedro Almodóvar eine Reihe plastischer Frauenfiguren, die versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. In dieser grotesken Welt verursachen die Männer nur Leid: Rosas Vater ist im Alter schwachsinnig geworden, Manuelas Sohn ist tot, ihr Mann ein Transvestit, und La Agrado hat sich durch mehrere Operationen teilweise in eine Frau verwandelt. Die Frauen und die Männer, die wie Frauen aussehen, haben alle Grund, verzweifelt zu sein. Mit viel Ironie und absurdem Witz, aber auch Wärme und Mitgefühl erzählt Pedro Almodóvar von den skurril-tragischen Geschichten dieser Menschen. Dabei geht es um Einsamkeit, Trauer und Verzweiflung, Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Mitmenschlichkeit.

“Keine grell beleuchtete Exzentrik der Leidenschaften wird vorgeführt, sondern eine Intensität der Gefühle mit stilistischer Souveränität herbeigezaubert”, schreibt Rainer Gansera (”Süddeutsche Zeitung”, 4. November 1999). “Das ist neu und bewegend.”

“Alles über meine Mutter” wurde 1999 mit einem “Oscar” ausgezeichnet.

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